Ich habe seit einer Weile etwas Geld geparkt. Nicht viel. Aber genug, um jetzt über die Frage nachzudenken: Wo ist es besser aufgehoben als auf dem Konto?
KI-Unternehmen lagen nahe. Ich arbeite täglich mit KI und sehe, was diese Technologie in meinen Firmen macht. Natürlich habe ich darüber nachgedacht.
Also habe ich recherchiert. Nicht für einen Artikel. Für mich.
Was ich gefunden habe, war eine Antwort, die ich so klar nicht erwartet hatte.
Zwei Märkte, die sich in entgegengesetzte Richtungen bewegen
Gerade liest man überall dieselbe Geschichte: Limits werden gekürzt. Frontier-Modelle werden teurer. Erste Risse in der KI-Blase. Wer die Zahlen kennt, sieht etwas anderes.
Rund 30 Dollar pro Million Token über die API. Das ist, was Unternehmen zahlen, wenn sie KI in eigene Arbeitsabläufe einbauen. Automatisiert. Im Hintergrund. Für hunderte oder tausende Vorgänge gleichzeitig.
GPT-4-vergleichbare Qualität über Modelle wie DeepSeek V4: rund 0,50 Dollar pro Million Token. Faktor 50 bis 100 günstiger. In drei Jahren.
Gleichzeitig sind die absoluten Frontier-Modelle tatsächlich teurer geworden. GPT-5.5, released Ende April 2026, kostet 5 Dollar Input und 30 Dollar Output pro Million Token. Doppelt so viel wie sein Vorgänger zwei Monate vorher.
„Zwei Märkte, eine Technologie: oben wird es teurer, unten wird es dramatisch günstiger."
Was Unternehmen wirklich brauchen
Kein Mittelständler braucht das stärkste Modell auf dem Markt für seine täglichen Prozesse. Was gebraucht wird, ist verlässliche GPT-4-vergleichbare Leistung für Routine-Aufgaben: Kundenkommunikation, interne Dokumentation, Analysen, Übersetzungen.
Genau diese Leistungsklasse ist in drei Jahren um Faktor 50 bis 100 günstiger geworden. Nicht schrittweise. Nicht moderat. Faktor 50.
Wer bei diesen Zahlen von einer platzenden Blase spricht, schaut auf den falschen Indikator.
Was die Verluste der KI-Unternehmen wirklich bedeuten
OpenAI: ca. 14 Mrd. Dollar Verlust 2026. Anthropic: ca. 11 Mrd. Dollar. Das klingt dramatisch. Bis man versteht, wofür das Geld ausgegeben wird: Infrastruktur. Rechenkapazität. Modelltraining. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Das ist das größte Infrastruktur-Bauprogramm, das die Technologiegeschichte gesehen hat. Und es läuft gerade auf Hochtouren.
Für die Investitionsfrage bedeutet das: Wer jetzt nicht positioniert ist, wartet auf einen Moment, der nicht kommt. Die Strukturen dieser Branche entscheiden sich gerade. Wer in zwei Jahren einsteigen will, wenn die Verluste weg sind, kauft teurer ein.
Die zwei Gruppen, die auf die Nase fallen werden
Ich führe seit über drei Jahren KI-Prozesse quer durch drei Unternehmen. Die Betriebe, die damals mit "zu teuer" oder "noch nicht ausgereift" gewartet haben, sind bereits weit hinten. Sie haben weniger Erfahrung und weniger eingespielte Prozesse. In 18 Monaten wird dieser Abstand noch größer sein.
Die Blase platzt nicht. Aber der Zug fährt weiter.
Mit oder ohne euch.
„Was hindert euer Unternehmen konkret daran, heute anzufangen? Das ist die Frage, die ich viel öfter stellen muss als ich sollte."